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Krankentransport

 

Wie war eigentlich der Ablauf nach einer Verwundung ?

Je nachdem, wann, wo und wie jemand verletzt wurde, variiert dieser Vorgang.

Daher beschreibe ich nachfolgend einige (nicht verbindliche) Beispiele.

 

Grundsätzlich wurde erst einmal nach Leicht- und Schwerverletzten unterschieden.

Dann spielt eine wesentliche Rolle, welche Arten von Einrichtungen zur Verfügung standen.

Außerdem: Wurde die Person an der Ost- oder Westfront verwundet ?

Und es ist zu bedenken, ob es sich um einen Bewegungs- oder Stellungskrieg  handelte.

 

Beispiele:

 

Leichtverletzte konnten sich meistens noch selbst aus der Gefahrenzone retten und gelangten zu Fuß zu einem Verwundetennest, Sanitätsunterstand, Truppenverbandsplatz oder ähnlichem.

Von hier wurden sie zu Leichtverwundeten-Sammelplätzen geschickt, wo sie durch eine Sanitätskompanie oder ein Feldlazarett behandelt wurden.

Je nach Schwere der Verletzung hat man die Soldaten dort mehr oder weniger lange versorgt, bis sie entweder zurück zur Truppe entlassen oder noch weiter zurück in ein Etappenlazarett geschickt  wurden.

Hierfür standen dann Transportmittel, wie unten bei den Schwerverletzten genannt, zur Verfügung.

 

Schwerverletzte zu befördern, war naturgemäß schwieriger.

Die Krankenträger der Sanitätskompanien suchten auf dem Gefechtsfeld die Verwundeten und brachten sie zu Verwundetennestern, Sanitätsunterständen oder Truppenverbandsplätzen.

Dies geschah mit Krankentragen, in zusammengebundenen Zeltbahnen oder auf einachsigen Krankentransportkarren.

Im Stellungskrieg wurden speziell für die verwinkelten Laufgräben so genannte Tragestühle und Rückensitztragen entwickelt.

Von den "Nestern", Unterständen oder Truppenverbandsplätzen wurden die Verletzten (mit Pferd und Wagen) zu so genannten Wagenhalteplätzen gebracht , um von dort mit Krankenkraftwagen zu Hauptverbandsplätzen befördert zu werden.

 

Sobald ein Verwundeter "fahrfähig" war, transportierte man ihn noch weiter fort vom Kampfgeschehen, z.B. in ein Feldlazarett.

Nächste Station war dann möglicherweise ein Kriegslazarett oder ein Etappenlazarett.

Hierfür standen Lastkraftwagen mit Pritsche oder Krankenkraftwagen zur Verfügung.

Für größere Entfernungen wurden Eisenbahnen genutzt.

Die Rückführung in Heimatlazarette erfolgte meistens per Eisenbahn. Lediglich in den Jahren 1914 und 1915 wurden Lazarett- und Krankenschiffe in nennenswerterem Umfang verwendet.

 

Eine Besonderheit stellt der Abtransport vom Gefechtsfeld während des Stellungskrieges bei Binarville/ Frankreich dar.

Hier errichtete man eine Förderbahn, die eigentlich der Beförderung von Kriegsmaterial (Pferdebetrieb) diente, aber auch zum Krankentransport genutzt wurde.

Krankenträger der Sanitätskompanien mussten spezielle, umgebaute Rollwagen von Hand schieben.

An Eisengestellen waren Spiralfedern montiert, woran jeweils zwei Krankentragen gehängt, bzw. aufgelegt werden konnten.

Diese Förderbahn war an den Endbahnhof einer dampfbetriebenen Kleinbahn angeschlossen, auf welcher die Verwundeten direkt bis zum Feld-Lazarett gefahren werden konnten.

 

In den Vogesen setzte man unter anderem Drahtseilbahnen zum Transport der Verwundeten vom Hauptverbandsplatz Richtung Feldlazarett ein. Diese Art der Verwundeten-Beförderung war schneller und kostengünstiger, als mit Krankenträgern oder Pferd und Wagen.

 

Ich habe eine  Grafik der möglichen Sanitätseinrichtungen und Verwundeten-Transportwege  von der Frontlinie bis zum Feldlazarett angefertigt. Ein Vorschaubild ist weiter unten zu sehen. Um das Schema genau zu erkennen, klicken Sie einfach auf den Text "VerwTrans" und laden Sie das Bild als PDF-Datei herunter. >> hier klicken: "VerwTrans"

 

Sind sie an weiteren Fakten zum Sanitätswesen interessiert ? Viele Fragen lassen sich bereits mithilfe des Internets beantworten. Selbstverständlich können Sie mich direkt per Email zu diesen Themen anschreiben.

Vorab besteht auch die Möglichkeit, im historischen "Meyer´s Konversationslexikon" von 1885 die Seiten zum Thema > Kriegssanitätswesen zu lesen. Im wesentlichen sind die darin aufgeführten Inhalte auch noch für den 1. Weltkrieg gültig gewesen, wodurch viele Verständnis-Fragen online geklärt werden können.

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Hier ein Vorschaubild zur Skizze der möglichen Sanitätseinrichtungen und Transportwege auf Divisionsebene (von der Frontlinie bis zum Feldlazarett). Sie können hier ebenfalls klicken, um die Grafik als PDF-Datei zu laden > "VerwTrans"

 

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